Antriebsempfehlungen

 

Die Antriebsempfehlung ist in zwei Teile gegliedert, einem allgemeingültigen in Tabelle 1 OST - Antriebskategorisierung abgebildeten Teil, der die Nachführfläche in Relation zu den erwarteten dynamischen- und statischen-Kräften setzt. In diesem Zusammenhang ist unter dynamischen-Kräften, die Kraft zu verstehen, die wirkt, um das System in Bewegung zu setzen, bzw. zu halten. Statische Kräfte hingegen, sind die Kräfte, die wirken können dürfen, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten, bzw. den Antrieb nicht zu beschädigen.

Diese Nachführflächen ⇔ Kraft-Zuordnung ist wörtlich nur als Empfehlung zu verstehen, da bei der Umsetzung, speziell bei größeren Flächen[1], weitere Einflussfaktoren eine Rolle spielen:

•    das Gewicht der verwendeten Module

•    die konkreten Seitenverhältnisse der Nachführfläche

•    die Steilheit des Systems

•    der Standort, in Bezug auf die zu erwartende Windlast

•    etc.

Daher sollte in jedem Fall mit einem Baustatiker, bzw. Tragwerksplaner, Rücksprache gehalten werden.

Kategorie-Nr Nachführungsfläche [m²] dynamisch Kräfte [N] statische Kräfte [N]
Tabelle 1 Antriebskategorisierung

1

0-4 800 3000
2 5-10 1000 4500
3 11-20 2600 4500
4 21-29 6800 - 10000 12000
5 30-39 7500 - 15000 20000
6 40-45 7500 - 15000 40000

 

Der zweite Teil der Antriebsempfehlung ist konkret, bzw. herstellerspezifisch, für eine erste vollständige Kategorieabdeckung (von 5-45 ), wurde mit Linak, einem renommierten Hersteller für Antriebe, mit spezialisierten Ausführung für Sonnennachführsysteme, Rücksprache gehalten. Auch die Kategorisierung in Tabelle 1 OST - Antriebskategorisierung basiert auf einer Empfehlung von Linak.

Um auch für andere Hersteller offen zu sein diese miteinander zu vergleichen, wurde eine Bewertungsschablone erstellt, die die Eignung eines Antriebs für dieses Projekt, zusätzlich zu den dynamischen- und statischen-Kräften ermöglicht.

Hersteller-Spezifikation  

dient der Antriebsidentifikation

maximaler Hub  

wird in mm angegeben und hat maßgeblich Einfluss auf den dc (Siehe Gestellformeln, Gestellwinkelabdeckung) des Nachführsystems, wobei gilt: „mehr Hub, mehr dc“

Versorgungsspannung  

in Volt [V] anzugeben und gemäß den Anforderungen zwischen 6−24V

maximaler Strom  

in Ampere [A] unter Volllast anzugeben

Endschalter  

bezieht sich auf das Vorhanden einer, im Antrieb integrierten, Abschaltautomatik bei Endanschlagsposition, sowie einem vorhanden Endstoppsensorkabels, um die Signale über das Controlshield abzugreifen.

Lebensdauer  

in Zyklen anzugeben, wobei unter einem Zyklus, einmal aus- und wieder Einfahren zu verstehen ist. Da bei einem Nachführsystem die Zyklen / Jahr eindeutig zu bestimmen sind, indem man die Zyklen durch 365 teilt, kann man auch eine ungefähre Aussage über die zu erwartende Lebensdauer in Jahren treffen.

Schutzart  

Die Schutzart wird mit dem IP-Code angegeben, ein Beispiel, bzw. die erwartete Schutzart wäre IP66, wobei:

•    IP6x ⇒ staubdicht heißt

•   und  IPx6 ⇒ Wasser kann nicht eindringen und Schäden verursachen, bedeutet.

             steht.

Soft-Start nötig?   

Mit Ja/ Nein anzugeben.

Voll belastete Antriebe und starke Antriebe (ab Antriebskategorie 3), benötigen einen Soft-Start, um ein Rutschen der Kupplung beim Start zu vermeiden [LA314b]. Außerdem erhöht sich dadurch die Lebenszeit, so beim Linak LA36 und LA37 [LA314b] [LA3714], um das Vierfache, im Vergleich zum Betrieb ohne Soft-Start.

Unabhängig von den Belastungen am Antrieb, gehen hohe Ströme auch auf die Lebenszeit der auf dem Controlshield verbauten Relais.

Die konkrete Umsetzung eines Soft-Start, kann auf verschiedene Arten geschehen, da von Seiten des Controlshields jedoch kein Einfluss auf die Ströme genommen werden kann, muss dies extern passieren. Die hier in verwendete Variante bedient sich eines Heißleiter ( (engl.: negative temperature coeffcient thermistors), sind Materialien, deren elektrischer Widerstand einen negativen Temperaturkoeffizienten besitzt, was zur Folge hat, dass sie bei hohen Temperaturen besser leiten, als bei tiefen, daher auch der Name Heißleiter. (NTC)), zum Begrenzen des Einschaltstroms, was einem Soft-Start in diesem Fall gleich kommt.

Die Verwendung eines optionalen, externen Bauteils, hat den Vorteil, dass dies keine Auswirkungen auf die Software hat, da nicht bei allen Antrieben ein Soft-Start notwendig ist.

Betriebstemperatur  

anzugeben als Bereich (von...bis), in °C

Kategorie-Nr: 1 2 3 4 5 6
Tabelle 2 OST - Linak Antriebsempfehlung
Hersteller-Spezifikation LA35 LA35 LA36 LA36 LA37 LA37
maximaler Hub [mm] 600 600 1000 600 750 1000
Versorgungsspannung [V] 24 24 24 24 24 24
maximaler Strom [A] 5 5 8 8 9,5 9,5
Endschalter [Ja/Nein] Ja Ja Ja Ja Ja Ja
Lebensdauer [Zyklen/ Jahre] 10000/ >= 20 (bei 10000N) 10000/ >= 20 (bei 10000N) 10000/ >= 20 (bei 10000N) 10000/ >= 20 (bei 10000N) 7000/ 19 (bei 7500N) 7000/ 19(bei 7500N)
Schutzart [IPxy] IP66 IP66 IP66 IP66 IP66 IP66
Soft-Start nötig? [Ja/ Nein] Nein Nein Ja Ja Ja Ja
Betriebstemperatur -25...60 -25...60 -30...65 -30...65 -30...70 -30...70

 

Es spricht natürlich nichts dagegen sich bzgl. des Antriebs einem anderen Hersteller zu bedienen, dessen Antrieb die Anforderungen in Tabelle 1 erfüllt, Tabelle 2 stellt hierbei nur eine Variante dar. Für ein konkretes Angebot muss bei dem jeweiligen Hersteller eine Anfrage gestellt werden.


Hinweise:

[1] ab 10 m²


Quellen:

[LA314a]   Unbekannte Autoren Linak LA35. Antrieb linak la35.  http://www.linak.de/corporate/pdf/german/datenblatt/linearantrieb_la35_datenblatt_dt.pdf, 2014. [Online; accessed 02-Feb-2014].

[LA314b]   Unbekannte Autoren Linak LA36. Antrieb linak la36.  http://www.linak.de/corporate/pdf/german/datenblatt/linearantrieb_la36_datenblatt_dt.pdf, 2014. [Online; accessed 02-Feb-2014].

[LA3714]   Unbekannte Autoren Linak LA37. Antrieb linak la37.  http://www.linak.de/corporate/pdf/german/datenblatt/linearantrieb_la37_datenblatt_dt.pdf, 2014. [Online; accessed 02-Feb-2014].